Doing Business in Deutschland

Marktübersicht

Die deutsche Wirtschaft ist die fünftgrößte der Welt und macht ein Fünftel des BIP der Europäischen Union aus. Deutschland ist der größte europäische Handelspartner der Vereinigten Staaten und der sechstgrößte Markt für US-Exporte. Deutschlands „soziale Marktwirtschaft“ folgt weitgehend den Marktprinzipien, aber mit einem beträchtlichen Maß an staatlicher Regulierung und weitreichenden Sozialprogrammen.

Deutschland ist mit 82,4 Millionen Einwohnern der größte Verbrauchermarkt in der Europäischen Union. Die Bedeutung des deutschen Marktes geht weit über seine Grenzen hinaus. Auf einigen der weltweit größten Fachveranstaltungen wie der MEDICA, der Hannover Messe, der Automechanika und der ITB Tourism Show wird ein enormes Handelsvolumen in Deutschland durchgeführt. Das Handelsvolumen, die Zahl der Verbraucher und die geografische Lage Deutschlands im Zentrum der Europäischen Union machen es zu einem Eckpfeiler, um den viele US-Firmen ihre europäischen und weltweiten Expansionsstrategien aufbauen wollen.

Für 2019 erwarten die Bundesregierung und die Wirtschaftsprognosen ein BIP-Wachstum zwischen 0,5% und 0,8%. Alle Prognostiker erwarten jedoch eine Erholung der deutschen Wirtschaft im zweiten Halbjahr 2019 und ein BIP-Wachstum von bis zu 1,5 % im Jahr 2020, eine Zahl, die viele Analysten als langfristiges Wachstumspotenzial Deutschlands (ca. 1,5%/Jahr) betrachten. Die Nachfrage hat begonnen, sich von Denexporten auf Konsum und Investitionen zu verlagern, die in naher Zeit die wichtigste Wachstumstreiberin bleiben dürften. Trotz Haushaltsüberschüssen und einer starken Unternehmensrentabilität bleiben die Investitionen (außer dem Baugewerbe) etwas gedämpft.

Die Beschäftigung in Deutschland ist das dreizehnte Jahr in Folge weiter gestiegen und erreichte 2018 mit 44,8 Millionen ein Allzeithoch, was einem Anstieg von 562.000 (oder 1,3%) entspricht. ab 2017 – der höchste Stand seit der deutschen Wiedervereinigung im Oktober 1990.

Die Arbeitslosigkeit ist seit ihrem Höchststand im Jahr 2005 um die Hälfte gesunken und erreichte 2018 den niedrigsten durchschnittlichen Jahreswert seit fast drei Jahrzehnten. Die Zahl der Arbeitslosen lag 2018 bei 2,34 Millionen, 193.000 weniger als 2017, mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent (minus 0,5 Prozentpunkte im Vergleich zu 2018), wie aus offiziellen Statistiken der Regierung hervorgeht. Nach international vergleichbaren Daten des Statistischen Amtes der Europäischen Union Eurostat hatte Deutschland 2018 eine durchschnittliche jährliche Arbeitslosenquote von 3,4 Prozent, die zweitniedrigste Quote in der Europäischen Union (EU). Die nationale Jugendarbeitslosenquote in Deutschland lag 2018 bei 6,2 Prozent – die niedrigste in der EU.

Demografische Veränderungen und daraus resultierende Arbeitsengpässe, regulierung des Arbeitsmarktes und höhere Energiepreise aufgrund des Ausstiegs aus der Kernenergie zugunsten erneuerbarer Energiequellen („Energiewende“) werden als Faktoren gesehen, die die Wettbewerbsfähigkeit dämpfen könnten. Experten befürchten zudem, dass internationale Handelsspannungen und der Brexit der exportorientierten deutschen Wirtschaft erheblich schaden könnten. Trotz dieser Befürchtungen rechnet derzeit kein Wirtschaftsinstitut mit Stagnation oder echter Rezession, und viele betrachten Wachstumsraten von rund 1,5 % eher als „Rückkehr zur Normalität“ nach einem Zwischenboom.

Marktherausforderungen

Die deutsche Politik stellt relativ wenige formale Hindernisse für den Handel oder die Investition in den USA dar, abgesehen von Hindernissen, die mit EU-Recht und -Vorschriften verbunden sind. Deutschland hat die EU-Kommission gedrängt, den Regulierungsaufwand zu verringern und Innovationen zu fördern, um die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Mitgliedstaaten zu steigern. Die Akzeptanz der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU durch Deutschland und die deutschen Beschränkungen für landwirtschaftliche Biotech-Produkte stellen Hindernisse für wichtige US-Produkte dar. Obwohl sie nicht übermäßig diskriminierend ist, kann die staatliche Regulierung aufgrund ihrer Komplexität etablierten lokalen Anbietern einen gewissen Schutz bieten. Die eifrige Anwendung von Sicherheits- und Umweltstandards kann den Marktzugang für US-Produkte erschweren. Amerikanische Unternehmen, die nach Deutschland exportieren möchten, sollten sicherstellen, dass sie wissen, welche Normen für ihr Produkt gelten, und rechtzeitige Tests und Zertifizierungen erhalten. Die Einhaltung deutscher Standards ist für US-Exporteure besonders relevant, da EU-weite Standards oft auf bestehenden deutschen Standards basieren.

Marktchancen

Für US-Unternehmen ist der deutsche Markt – der größte in der EU – in zahlreichen Branchen nach wie vor attraktiv und nach wie vor ein wichtiges Element jeder umfassenden Exportstrategie nach Europa. Während US-Investoren mit relativ höheren Kosten für Geschäfte in Deutschland rechnen müssen, können sie mit hoher Produktivität, hochqualifizierten Arbeitskräften, hochwertiger Ingenieurskunst, guter Infrastruktur und einem Standort im Zentrum Europas rechnen.